Tätigkeitsbericht 2020

Im Jahr 2020 konnte das Moldova-Institut Leipzig e.V. (MIL) seine satzungsmäßigen Ziele durch vergleichbar viele Projekte und Veranstaltungen verfolgen wie in den Vorjahren. Ursächlich hierfür ist erneut die erfolgreiche Einwerbung von Drittmitteln verschiedener Förderinstitutionen.

 

I. Projekte

Das Folgende gibt einen Überblick über die durchgeführten Projekte des MIL im Jahr 2020:

I.1 Projekte mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD)

1. Erneut konnte durch Förderung des DAAD sowie der Hans-Böckler-Stiftung zum inzwischen zwölften Mal in Folge eine Sommerschule in Moldau (sowie der Ukraine) angeboten werden, diesmal unter dem Titel Identitätsdiskurse in multikulturellen Räumen. Republik Moldau und Bukowina. Die Sommerschule war für den Zeitraum 23.08. – 13.09.2020 geplant und sah neben einem Rumänischsprachkurs in zwei Niveaustufen für deutsche Studierende ein vielfältiges Besuchsprogramm bei staatlichen Einrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, Gesprächsrunden und Vorträge, sowie Exkursionen nach Gagausien, Transnistrien und Czernowitz vor. Aufgrund der Pandemie-Situation wurden sämtliche Sommerschulen durch den DAAD jedoch abgesagt, sodass auch die Sommerschule des MIL nicht stattfinden konnte. Durch die Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung konnten Einkommensverluste insbesondere bei den Beteiligten in Moldova durch die Gewährung von Ausfallhonoraren aufgefangen werden. Planmäßig zog sich die Hans-Böckler-Stiftung zum Ende des Jahres aus der Förderung der Sommerschulen des MIL zurück.

2. Ebenfalls mit Unterstützung des DAAD konnte das MIL das Vorhaben Der Umgang mit ethnischen Minderheiten im postsowjetischen Raum. Konfliktpotenziale erkennen, analysieren und entschärfen realisieren. Im Rahmen des Projekts fand im Zeitraum 13. – 21.09. in Moldova eine Herbstschule zum Projektthema statt:

Link zum Programm:

https://www.moldova-institut.org/kopie-von-2aaherbstschule20

Auch hier ergaben sich Einschränkungen aufgrund der Pandemie-Situation, sodass sich die Teilnehmer aus Georgien nur online an der Veranstaltung beteiligen konnten.

3. Ebenfalls mit Unterstützung des DAAD konnte das MIL einen Workshop zum Thema Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskonflikte. Stolpersteine und Denkmäler für die Opfer des Zweiten Weltkriegs anbieten. An der Veranstaltung, die vom 22.09. - 2.10. in Leipzig und Berlin stattfand, nahmen Wissenschaftler aus Moldova, Georgien und der Ukraine teil. Das Programm beinhaltete neben thematischen Führungen Besuche von Gedenkstätten und Diskussionen.

Link zum Programm:

https://www.moldova-institut.org/kopie-von-2aavergangenheitsbew20

Aufgrund des zurückgegangenen Pandemiegeschehens konnte das Programm mit geringen Einschränkungen in Präsenz durchgeführt werden.

I.2 Projekte mit Unterstützung des Auswärtigen Amts (AA)

1. Mit Förderung des Auswärtigen Amts wurde das Projekt Kontroverse Themen unterrichten durchgeführt, das sich vorrangig an Geschichtslehrer und Lehrbuchautoren aus der Republik Moldau richtete. Das Ziel des Projekts war es, Lehrer und Lehrbuchautoren aus der Republik Moldau zu ermutigen, sich mit Bildungsangeboten kritisch auseinanderzusetzen und im Erfahrungsaustausch untereinander und mit deutschen Fachkollegen zu einer ausgewogenen Vermittlung von Geschichte im Unterricht und in Lehrmaterialien anzuregen. Im Rahmen des Projekts fand vom 28.10. -01.11. ein kurzes Projektseminar in Chişinău statt.  Ursprünglich war vorgesehen, einen Teil des Seminars in Odessa (Ukraine) durchzuführen, was wegen der aufgrund des Pandemiegeschehens geschlossenen Grenze jedoch unterbleiben musste. vom 13. -20.12 fand in Leipzig der Projektworkshop Geschichtsunterricht. Didaktik im Kontext der Digitalisierung statt. Die Veranstaltung fand mit erheblichen pandemiebedingten Einschränkungen statt. Zwar konnten alle Teilnehmer nach Deutschland anreisen, ein Aufenthalt am Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut war jedoch ebenso wenig möglich wie der Besuch von Einrichtungen oder Treffen mit deutschen Experten. Der Workshop fand fast ausschließlich als Online-Veranstaltung im Konferenzraum des für die Teilnehmer gebuchten Hotels statt.

Link zu den Programmen:

https://www.moldova-institut.org/kopie-von-2aakontroversethemen20

 

2. Ebenfalls mit Unterstützung des Auswärtigen Amts konnte das Projekt Aufbau von Medienkompetenz in den Regionen durchgeführt werden. Das Projekt verfolgte das Ziel, eine Gruppe von Multiplikatoren aus der Ukraine und Moldau für die Förderung der Bildkompetenz zu informieren und zu schulen und sie für die Beratung in Sachen Bildkompetenz auszurüsten. Weiterführendes Ziel und der Leitgedanke war es, ein innovatives Bildungsangebot „Bildkompetenz“ aufzubauen und grenzübergreifenden Austausch anzuregen. Hierzu fand in Leipzig im Zeitraum 29.11.-06.12. eine Winterschule mit acht ukrainischen und moldauischen Medienexperten, Journalisten und Wissenschaftlern statt. Auch diese Winterschule wurde trotz Anreise der Teilnehmer größtenteils als Online-Veranstaltung durchgeführt.

 

Link zum Programm:

 

https://www.moldova-institut.org/3aamedienkompetenz20

 

Im Rahmen des Projekts entstand zudem eine praxisorientierte Handreichung in russischer Sprache, die über die Homepage des MIL verfügbar ist:

 

https://www.moldova-institut.org/_files/ugd/7a47e4_c77430037c40479ba876359f9b9f36f7.pdf

 

3. Ebenfalls mit Unterstützung des Auswärtigen Amts konnte das Projekt Stärkung des Engagements für Menschenrechte durchgeführt werden. Im Rahmen des Projekts fand im Zeitraum 6.-12.12 eine Winterschule Wissen über Menschenrechte historisch vermitteln in Leipzig statt. Auch diese Winterschule konnte aufgrund des Pandemiegeschehens nach Anreise der Teilnehmer fast ausschließlich nur als Online-Veranstaltung durchgeführt werden:

Link zum Programm:

 

https://www.moldova-institut.org/kopie-von-2aaengagementmenschenrech

 

Daneben unterstützte das Projekt die Arbeit von Medienschaffenden in der Republik Moldau, sodass hierdurch einige Medienprodukte mit Bezug zu Menschenrechten entstehen konnten, unter anderem:

 

https://newsmaker.md/rus/novosti/unizit-arestovat-pokonchit-s-nim-kak-v-moldove-zapugivayut-neugodnyh-advokatov-pya-41838

 

https://newsmaker.md/rus/novosti/kak-v-moldove-nevinovnyh-sajayut-v-tyurmu-tri-istorii-lyudey-dobivshihsya-otmeny-prigovora/

 

https://newsmaker.md/rus/novosti/smert-v-zakone-kak-v-moldove-mozhno-umeret-pod-predvaritelnym-arestom/

 

https://www.facebook.com/newsmakermd/videos/574092690023068/

 

https://newsmaker.md/rus/novosti/v-drokii-mat-pyaterykh-detej-prigovorili-k-6-godam-tyurmy-chto-ne-tak-s-ee-delom-i-prigovorom/

 

https://newsmaker.md/rus/novosti/ya-gagauzka-reshila-uchitsya-na-rumynskom-yazyke-pochemu-mnogie-molodye-lyudi-iz-gagauzii-ne-govoryat-po-rumynski-i-chto-s-etim-delat/

 

https://newsmaker.md/rus/novosti/yaziki-nagolo-stanet-li-zakonoproekt-socialistov-kapkanom-dlya-mayi-sandu/

 

https://newsmaker.md/rus/novosti/yazykovoy-vopros-kak-ego-reshit-v-moldove-obzor-nm/

 

https://newsmaker.md/rus/novosti/moldove-nuzhen-bolee-shirokiy-vzglyad-na-mir-i-raznoobrazie-intervyu-nm-s-filippo-lombardi-o-vyborah-natsmenshinstvah-i-yazykovom-voprose/

 

Ziel dieser Medienbeiträge ist es, der zumeist russischsprachigen gagausischen Minderheit in der Republik Moldau qualitativ hochwertige journalistische Angebote zur Verfügung zu stellen, damit diese nicht länger auf Medienangebote aus der Russischen Föderation angewiesen sind.

 

 

I.3 Projekte mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)

1. Abgeschlossen wurde das Projekt Verbesserung der Diagnostik, Prävention und Therapie von infektionsbedingten Lebererkrankungen in der Republik Moldau. Wesentliche Zielsetzung des Projektes sind Maßnahmen zur besseren Versorgung der Patienten mit Hepatitis in der Republik Moldau durch die Entwicklung und Erarbeitung moderner Leitlinien für die Republik Moldova zur Versorgung von Patienten mit Virushepatitis, Leberzirrhose oder hepatozellulärem Karzinom (HCC)​, die Entwicklung von Konzepten zur Verbesserung der Fort- und Weiterbildung für Ärzte auf dem Gebiet der Hepatologie für die Republik Moldova, die Unterstützung von Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Hepatologie, die Sensibilisierung der Bevölkerung für infektionsbedingte Lebererkrankungen und den Transfer neuer Konzepte für Diagnostik und Therapie von Lebererkrankungen zur Optimierung der interdisziplinären hepatologischen Patientenversorgung. Im laufenden Jahr fand hierzu in Chişinău vom 06.-08. ein Workshop unter dem Titel WISSENSTRANSFER ZU METHODEN UND PRAXIS DER HEPATOLOGIE AN DER STAATLICHEN UNIVERSITÄT FÜR MEDIZIN UND PHARMAZIE “NICOLAE TESTEMIŢANU statt sowie am 12./13.06. ein Webinar zum Thema What is in a name? A new era for the approach of fatty liver disease.  Beide Veranstaltungen dienten dem Wissens- und Erfahrungsaustausch von deutschen und moldauischen Medizinern.

Link zu den Programmen:

 

https://www.moldova-institut.org/kopie-von-2bmgdiagnostik19

 

Im Rahmen des Projekts entstand zudem eine rumänische Fassung der Handreichung zur Ernährung von Leber-Patienten der Deutschen Leberhilfe e. V.:

 

https://www.moldova-institut.org/_files/ugd/7a47e4_8ba621efd3494542adc9faaa8d14157b.pdf

 

 

III. Publikationen 2020

 

Im laufenden Jahr gab das MIL neben den in diesem Bericht genannten Handreichungen keine weiteren Publikationen heraus.

 

 

IV. Mitglieder

 

Der Verein verfügte zum Stichtag 31.12.2020 über 43 Mitglieder.