Moldova-Institut Leipzig e. V.                                                                                                                                                                                                                          Ritterstraße 24, D-04109 Leipzig                 T: +49 (3 41) 9 73 34 97                 F: +49 (3 41) 9 73 02 49              E: moldova@rz.uni-leipzig.de

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2009

In der ersten Jahreshälfte wurde das Programm „Deutsch-Moldauische Begegnung“ fortgeführt. Mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung war es möglich, ein Besuchsprogramm zu den Themen Politik und politische Beratung in Leipzig und Berlin zu organisieren, an dem Vertreter moldauischer NGOs teilnahmen. Der Personenaustausch zwischen Deutschland und Moldau blieb damit ein Hauptschwerpunkt der Tätigkeit des MIL. 


Der Erinnerungskultur in Moldau und Rumänien widmete sich das im Rahmen der Geschichtswerkstatt Europa durchgeführte Projekt „Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Rumänien und der Republik Moldova. Denkmäler, Friedhöfe und Museen für Sieger, Gefallene und Holocaust-Opfer“. Neben konkreten Gedächtnisorten wurden auch Bedeutung und öffentliche Resonanz von Gedenk- und Feiertagen (wie z.B. der 9. Mai – „Tag des Sieges“ in Moldova, der 9. Oktober – Holocaust-Gedenktag in Rumänien) erfasst und kritisch beleuchtet. Der deutsch-moldauischen Arbeitsgruppe (Studenten), die das Projekt unter fachlicher Anleitung deutscher und moldauischer Wissenschaftler realisierte, ist es gelungen, zentrale Leitlinien der geschichtlichen Deutungsmuster herauszuarbeiten, die unterschiedlichen Erinnerungsdiskurse zu dokumentieren und damit junge Menschen für die Existenz alternativer Geschichtsbilder zu sensibilisieren. 


Aus Anlass des 70. Jahrestages des Hitler-Stalin-Paktes veranstaltete das MIL im August 2009 gemeinsam mit dem GWZO, dem Polnischen Institut Leipzig und dem Zeitgeschichtlichen Forum die Internationale Tagung „Der Hitler-Stalin-Pakt 1939. Grenzverschiebungen, Verfolgung, Deportationen und die Erinnerungskultur im östlichen Europa“. Die Tagung wurde von einem Filmprogramm begleitet, zudem wurde die vom MIL erarbeitete Ausstellung „1939 – Pakt über Europa: Der Hitler-Stalin-Pakt in der Geschichte und Erinnerungskultur Ostmitteleuropas“ eröffnet, die als Wanderausstellung an weiteren Orten in Deutschland gezeigt und bis ins laufende Jahr fortgeführt wurde. Die Ergebnisse des wissenschaftlichen Austauschs werden im laufenden Jahr publiziert. 


Zur weiteren Förderung von deutsch-moldauischen Begegnungen führte das MIL im Jahre 2009 erstmals eine vom DAAD im Rahmen der „Go East“-Initiative geförderte Sommerschule in der Republik Moldau durch. 14 deutsche Studierende erhielten so Gelegenheit, sich mit den kulturellen, geschichtlichen und sprachlichen Aspekten der moldauischen Gesellschaft vertraut zu machen und konnten so für die Themen Multikulturalität und Multiethnizität sensibilisiert werden. Die Erkenntnisse des Projekts zur Erinnerungskultur in Moldau und Rumänien fanden Eingang in das Programm der Sommerschule. 


Gegen Ende des Jahres konnte das Moldova-Institut Wissenschaftlern auf dem Gebiet der kommunistischen Herrschaft ein wertvolles Werkzeug an die Hand geben. Mit dem „Vademecum Contemporary History Moldova“ wurde ein Wegweiser veröffentlicht, der sämtliche Archive, Bibliotheken, universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, zeitgeschichtliche Vereinigungen, Institutionen der politischen Bildungsarbeit, Verbände der Opfer kommunistischer Herrschaft, Museen, Gedenkstätten, Zeitschriften und Internetangebote verzeichnet, die für die Beschäftigung mit der Geschichte der kommunistischen Herrschaft in Moldova von Bedeutung sind.