2010

Ausgehend von der im Rahmen der Tagung zum Hitler-Stalin-Pakt erneuerten Erkenntnis, dass Völkerverständigung und Austausch durch eine wechselseitige Vermittlung von Wissen zu erreichen ist, beschloss das MIL, auch im Jahr 2010 eine Ausstellung zu erarbeiten, die vorwiegend an die moldauische (und ukrainische) Öffentlichkeit gerichtet ist. Die im Oktober 2010 eröffnete Ausstellung „Fromme und tüchtige Leute...-Die deutschen Siedlungen in Bessarabien“ beleuchtet ein Stück gemeinsamer deutsch-moldauischer Geschichte, indem sie das Schicksal der deutschen Siedler in Bessarabien zwischen 1814 und 1940 aufgreift. Inhaltlich geht die Ausstellung auf Forschungsergebnisse von Frau PD Dr. Ute Schmidt (FU Berlin) und die Arbeit des Bessarabiendeutschen Vereins e. V. Stuttgart zurück. 


Im Rahmen des DAAD-Programms „Konfliktprävention in der Region Südkaukasus, Zentralasien und Moldau“ veranstaltete das MIL eine Reihe von Seminaren und Workshops, in deren Rahmen Lösungsstrategien und Ansätze zur Konfliktprävention im Zusammenhang mit der nach wie vor virulenten Transnistrienfrage diskutiert und erörtert wurden. Die Ergebnisse der Veranstaltungen werden im Jahr 2011/12 publiziert werden. Das Projekt wird im Jahr 2011 fortgeführt. 


Zur Verstetigung der deutsch-moldauischen Wissenschaftskooperation initiierte das Moldova-Institut das Projekt „Nation, Identität, Rechtsstaat in der Republik Moldova. Historische, politisch-soziale Begriffe“. Das Projekt, dass moldauischen Gastwissenschaftlern Gelegenheit zu Forschungsaufenthalten in Leipzig gab und eine Veranstaltungsreihe in Deutschland und Moldova vorsah, widmete sich dediziert der Begriffsgeschichte und führt zum einen die mit der Veröffentlichung „Geschichte politisch-sozialer Begriffe in Rumänien und Moldova“ begonnene Arbeit fort, zum anderen begriffliche Konzepte aus dem rumänischsprachigen Raum in den europäischen Diskurs ein. Moldova erhält somit Anschluss an aktuelle einschlägige Forschungen und Methodiken, deutsche Wissenschaftler Zugang zu einem bislang wenig beachteten Arbeitsfeld. 


Zur Geschichte und gegenwärtigen Situation des Französischen in Südosteuropa veranstaltete das MIL die Internationale Tagung „Die Frankophonie in Südosteuropa“, die Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich, Rumänien, Moldova, Bulgarien und der Ukraine versammelte. 
Eine Hinwendung zum Thema Menschenrechte stellt das Projekt „Development and Promotion of a modern and democratic Media environment in Republic of Moldova“, an dem das MIL als Projektpartner beteiligt war. Das Projekt widmet sich der schwierigen Beziehung Staat – Medien –Bürger in der Republik Moldau und ist eine Bestandsaufnahme der derzeit geltenden Standards und deren Anwendung in bezug auf die Meinungs- und Medienfreiheit und deren gesetzliche Grundlagen. 


Auch im Jahr 2010 führte das MIL eine Sommerschule für deutsche Studierende durch. Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse Studierender verschiedenster Fachrichtungen und hat sich als feste Größe etabliert. 2010 widmete sich das Programm stärker als zuvor den Aspekten Multikulturalität und Multiethnizität, die nicht nur in Moldova, sondern auch in der Ukraine. Hierzu wurden u.a. Begegnungen mit Vertretern ethnischer Minderheiten organisiert.

 

 

 Moldova-Institut Leipzig e. V.                                                                                                                                                                                                                          Ritterstraße 24, D-04109 Leipzig                 T: +49 (3 41) 9 73 34 97                 F: +49 (3 41) 9 73 02 49              E: moldova@rz.uni-leipzig.de

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