Moldova-Institut Leipzig e. V.                                                                                                                                                                                                                          Ritterstraße 24, D-04109 Leipzig                 T: +49 (3 41) 9 73 34 97                 F: +49 (3 41) 9 73 02 49              E: moldova@rz.uni-leipzig.de

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Medizin und Gesundheitswesen

Die Regierungen der Moldova und der Ukraine stehen vor großen Aufgaben, wenn es gilt, die notwendigen, sehr vielschichtigen Reformen im Bereich Gesundheit allgemein verständlich zu kommunizieren und diese erfolgreich umzusetzen. Die bisher erreichten Erfolge beziehen sich hauptsächlich auf strukturelle Veränderungen, weniger auf die Modernisierung der Ausbildung, auf die Verbesserung der Qualität der Lehre, Konsolidierung der Infrastruktur, den sozial ausgeglichenen Zugang zu den medizinischen Einrichtungen, ihr effizientes Funktionieren und Verbesserung der medizinischen Versorgung.

Die hauptsächlichen Probleme des öffentlichen Gesundheitswesens sind von einem doppelten epidemiologischen Profil bestimmt: der Verbreitung der ansteckenden Krankheiten HIV/Aids und Tuberkulose, die charakteristisch für Länder mit Transitionswirtschaften sind, und der Verbreitung chronischer nichtübertragbarer Krankheiten, die auch in entwickelten Ländern vorkommen.  

Im Jahre 2010 hat die Regierung der Republik Moldau das Programm zur Entwicklung der Hochschulbildung in Medizin und Pharmazie beschlossen. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Programms ist die Strategie zur Entwicklung der Staatlichen Universität für Medizin und Pharmazie „Nicolae Testemiţanu” für den Zeitraum von 2011 bis 2020. Diese Entwicklungsstrategie ist auf die Sicherung der Qualität und Leistungsfähigkeit aller Tätigkeitsfelder gerichtet – von der wissenschaftlichen und klinischen Ausbildung über die Forschung bis hin zum institutionellen Management – , um die Universität für Medizin erfolgreich in den europäischen Hochschulraum zu integrieren.

Das ukrainische Gesundheitssystem wurde seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion nicht mehr grundlegend reformiert, wenngleich seither weitreichende Reformen diskutiert wurden. Mit jedem Regierungswechsel sollte neuer Schwung in den Reformprozess im Gesundheitswesen kommen, aber die Reform- und Modernisierungsversuche in der Ukraine endeten oft mit Misserfolgen und Rückschlägen. Im Juli 2016 hat nun die ukrainische Gesundheitsministerin eine umfassende Reform vorgeschlagen, die das ukrainische Gesundheitssystem grundlegend verändern kann. Diese Reform hat in großen Teilen der Gesellschaft die Hoffnung geweckt, dass es dieses Mal tatsächlich zu einem Wandel kommen könnte.

Die MIL-Projekte im Bereich Medizin verfolgen das Ziel, zur Modernisierung des Curriculum, zum Kompetenzaufbau und zur Sicherung der Qualität in Lehre und Studium an der Universitäten für Medizin in der Republik Moldau und der Ukraine beizutragen.

Wir verstehen die Partnerschaften im Bereich Medizin als Initiative,  die Organisation der Patientenversorgung und Ausbildung von Mediziner neu zu denken, und vor allem die Prävention bei  Infektionskrankheiten, Verbesserungen bei der Behandlung von Hörschädigungen, in der Palliativ- Pflege sowie die Anwendung moderner Therapien bei der Behandlung von HNO-Erkrankungen (vor allem Kopf-Hals-Tumoren) und Infektionskrankheiten wesentlich voranzubringen. In der Fortbildung der moldauischen und ukrainischen Mediziner durch deutsche Fachleute liegt eine einmalige und zukunftsweisende Chance,  zur Entwicklung der Patientenversorgung und zur Modernisierung der Lehre in den beiden Ländern beizutragen.