Sprachpolitik und Konfliktlösungen

Aktuelle Konflikte, wie etwa in der Ukraine, haben auch stets eine Sprachkomponente und zeigen deutlich: Sprachpolitik, kann zur Abgrenzung und Spaltung der Gesellschaft führen oder einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung und Zusammenhalt in der Gesellschaft leisten und ist daher von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung.

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01.04.-31.12.22

Projektmaßnahmen

  1. Einwöchiger Workshop in Comrat/Chişinău
    für Lehrkräfte, die in den Regionen in o.g. Ländern tätig sind, in
    denen ethnische Minderheiten kompakt leben. Der Workshop soll dem multilateralen Dialog und der Vernetzung der Teilnehmer dienen. Die Vorträge, Gespräche und Besuche in diesem Rahmen haben eine Auseinandersetzung mit Sprachpolitik, die Erörterung der Situationen und Zusammenhänge und die Vermittlung von fachlichem Wissen zum Ziel.
    Gleichzeitig trägt diese Projektmaßnahme dazu bei, den Blick über die jeweiligen nationalen Debatten hinaus auf europäische Werte zu lenken.
    Der Workshop fragt danach, wie sich Lehrende zu Sprachpolitikpositionieren, welche Konfliktpotenziale sie identifizieren und wie sie zur Entschärfung dieser Konflikte beitragen können. Im Mittelpunkt stehen folgende Leitfragen: Welchen Charakter hat die Sprachpolitik am östlichen Rand der EU? Was bedeutet das Rumänische bzw. Ukrainische für Russischsprachige sowie für die (anderen) Minderheiten? Wie stehen sie aus dieser Perspektive zur europäischen Integration?
     

  2. Herbstschule:

    Als Maßnahme ist eine achttägige Herbstschule im Siedlungsgebiet der Sorben in Dresden, Bautzen und Leipzig im September 2022 geplant.
    Diese Herbstschule zielt darauf ab, den Teilnehmenden den Alltag dieser ethnischen Minderheit mit ihren (sprach-)politischen Bedürfnissen und Aktivitäten näher zu bringen und eine Auseinandersetzung mit der Praxis des Minderheitenschutzes in Deutschland zu befördern. Während der Herbstschule werden auch mögliche Maßnahmen der Konfliktlösung diskutiert.
     

  3. Plattform und Sprachkurs:

    Um Lehrkräften aus den Regionen, wo ethnische Minderheiten kompakt leben - Gagausien - mit mehr sprachlicher und interkultureller Kompetenz in ihrer pädagogischen Arbeit zu stärken, wird ein digitales, interkulturelles Training zur Sensibilisierung für diese Problematik sowie ein Sprachkurs für die beiden Sprachen (Rumänisch und Gagausisch) entwickelt und über die von ANTEM existierende Plattform angeboten.
     

  4. Empfehlung für das Bildungsministerium.

    Die unausgeglichene Sprach- und Minderheitenpolitik hat intensiv zur Zuspitzung der Konflikte zwischen der Bevölkerungsmehrheit und ethnischen Minderheiten in o.g. Ländern beigetragen. Im Rahmen dieses Projektes wird eine Empfehlung an moldauische Bildungsministerium ausgearbeitet, in der Perspektiven aufgezeigt werden, wie das Leitbild von Sprachenvielfalt und Mehrsprachigkeit in der Gesellschaft verankert werden kann, um einen fruchtbaren Dialog und Vorschläge für eine zukünftige Sprachenpolitik anzuregen.
     

  5. Konzeption und Erarbeiten einer Broschüre.

    Die Broschüre wird die Sprachpolitik in der Republik Moldau, Ukraine und Georgien aus interdisziplinärer Perspektive und sprachpolitische Wandelprozesse im Kontext der europäischen Integration beleuchten. Der Akzent liegt auf aktuellen Auseinandersetzungen um Sprachen (vor allem um Russisch, Rumänisch, Ukrainisch) in den Regionen, in denen ethnische Minderheiten kompakt leben. In der Broschüre werden die vielfältigen Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit aufgezeigt und die Entstehung von Sprachkonflikten erörtert.

Chişinău, Taraclia, Comrat

Projektleiter

Dr. Vasile Dumbrava

Gefördert durch

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