top of page

Erinnerungskonflikte in der Ukraine, der Republik Moldau und Georgien

Das Vorhaben wird 2026 stattfinden. Es baut auf dem letztjährigen Projekt zum Umgang mit Zeugnissen aus der sowjetischen Vergangenheit in der Republik Moldau, Ukraine und Georgien auf und befasst sich mit dem Umgang mit Denkmälern, Mosaiken und anderen Gestaltungselementen aus sowjetischer Zeit, welcher in den drei beteiligten Ländern Gemeinsamkeiten, aber auch einige Unterschiede aufweist. Zu fragen ist hierbei sowohl nach Ursachen, Akteuren und Wirkungen von Konflikten um Erinnerungsorte als auch danach, wie sich Lehrende dazu positionieren.

Projektmaßnahmen

Das Projekt umfasst mehrere Schritte. In Zusammenarbeit mit der Moldauischen Staatlichen Universität (USM) ist zunächst ein mehrtägiger Workshop in Chișinău geplant, an dem Hochschullehrer aus der Republik Moldau, der Ukraine und Georgien teilnehmen werden. Im Rahmen von Plenarvorträgen, Kleingruppenarbeit sowie einem thematischen Stadtrundgang zu sowjetischen Denkmälern werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Erinnerungskultur diskutiert. Hierbei wird es sowohl um aktuelle Entwicklungen und Konflikte als die zugrundeliegende Gesellschaftsperspektive auf sowjetische Symbole gehen. Im Rahmen von Museumsbesuchen wird zudem Augenmerk auf die Erinnerungskulturen einzelner Opfergruppen (vor allem Holocaust und Deportationen) gerichtet. Gleichfalls von Belang sind Erinnerungskonflikte in den Regionen mit einem hohen Anteil an ethnischen Minderheiten, mit denen sich die Teilnehmenden im Rahmen von Exkursionen, vor allem in den Süden der Republik Moldau, befassen werden.

 

In einem weiteren Projektschritt werden die Teilnehmenden jeweils einen Erinnerungsort untersuchen, seine heutige Bedeutung und Wirkung beschreiben und Wege aufzeigen, wie dieser im Geschichtsunterricht als Quelle verwendet werden kann, um bei den Studierenden die Bildung reflektierter Sach- und Werturteile zu fördern. Von Belang hierfür sind neben Standort, Material, Inschrift, Künstler, Größe, Kosten und öffentlicher Stellenwert des betreffenden Monuments auch gegenwärtige Inszenierungen und Rituale. Diese Analyse (vergangener) Denkmalsdebatten ist ganz wesentlich dazu geeignet, das dahinterstehende Geschichtsbewusstsein zu analysieren. Die aus der individuellen Recherchearbeit entstehenden Beiträge werden durch das Projektteam bearbeitet und für eine Veröffentlichung vorbereitet.

 

Außerdem sind im Rahmen des Projekts zwei Kurzstipendien für einen einmonatigen Forschungsaufenthalt in Deutschland vorgesehen. Hiermit soll die Möglichkeit gegeben werden, u.a. die Bestände der Schulbuchbibliothek am Leibniz Institut für Bildungsmedien - Georg-Eckert-Institut (GEI) umfassend zu nutzen oder anderweitige Bibliotheksrecherchen durchzuführen, wissenschaftliche Beiträge fertigzustellen oder ein Forschungsprojekt weiterzuentwickeln.

Logo_E.png

01.01.-31.12.2026

Chişinău
Republik Moldau

Projektleitung

vasile.webp

Dr. Vasile Dumbrava

Gefördert durch

bottom of page