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Am Montag, 23. März 2026, um 16:00 Uhr lädt das Moldova-Institut Leipzig gemeinsam mit dem Institut für Slavistik zu einer Lesung und einem Gespräch mit der moldauischen Autorin Tamara Cărăuș ein. Die Veranstaltung findet im Vortragssaal der Bibliotheca Albertina statt.

Unter dem Titel „Mein Leben für den nächsten Antrag. Tagebuch meines akademischen Prekariats“ spricht Tamara Cărăuș über ihr Buch und über Erfahrungen, Herausforderungen und Widersprüche des akademischen Lebens zwischen wissenschaftlichem Anspruch, institutionellen Zwängen und persönlicher Existenzsicherung. Die Autorin gibt dabei Einblicke in den Alltag im Wissenschaftsbetrieb und reflektiert kritisch die Bedingungen akademischer Arbeit.

Moderation: Sabine Krause (Moldova-Institut Leipzig).

Ort: Vortragssaal der Bibliotheca Albertina, Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig

Zeit: Montag, 23. März 2026, 16:00 Uhr

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Eintritt frei.


Mit einer Festveranstaltung am 27. Februar 2026 hat das Moldova‑Institut Leipzig (MIL) sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Diplomatie kamen im alten Senatssaal der Universität Leipzig zusammen, um die Entwicklung des Instituts zu würdigen und Perspektiven der deutsch-moldauischen Zusammenarbeit zu diskutieren.



Die Veranstaltung wurde von Klaus Bochmann, Vorsitzender des Moldova-Instituts Leipzig, eröffnet. In seiner Ansprache blickte er auf zwei Jahrzehnte intensiver Forschungs-, Bildungs- und Vermittlungsarbeit zurück. Das Institut habe sich in dieser Zeit zu einer wichtigen Plattform für den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen Deutschland, der Republik Moldau und weiteren Ländern Osteuropas entwickelt.


Grußworte übermittelten unter anderem Mariette Pfister vom Auswärtigen Amt, Matthias Middell, Prorektor für Campusentwicklung, Kooperation und Internationalisierung der Universität Leipzig, sowie Gabriele Goldfuß von der Stadt Leipzig. Auch der Botschafter der Republik Moldau in Deutschland, Aureliu Ciocoi, würdigte die Rolle des Instituts als Brücke zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.


Im anschließenden Programmteil „20 Jahre Moldova-Institut Leipzig: Bilanz und Perspektiven“ stellten Mitglieder und Wegbegleiter des Instituts zentrale Arbeitsfelder vor. In ihren Beiträgen befassten sich unter anderem mit Sprache und Sprachpolitik, medizinischen und medienbezogenen Kooperationen, Ukraine-Projekten, gesellschafts- und geschichtswissenschaftlicher Forschung sowie internationalen Sommerschulen.


Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der zukünftigen Entwicklung der deutsch-moldauischen Zusammenarbeit. Igor Corman, zur Zeit der von ihm mitinitiierten Gründung des Moldova-Instituts Botschafter der Republik Moldau in Deutschland, warf einen augenzwinkernden Blick zurück auf die deutsch-moldauischen Beziehungen der 2000er-Jahre, als die ehemalige Sowjetrepublik in Deutschland weitgehend unbekannt war und nicht selten mit dem gleichnamigen Fluss assoziiert wurde. Auch darum sei es richtig, dass das MIL „Moldova“-Institut heiße. Igor Șarov, langjähriger Partner des MIL als Minister für Bildung und Forschung der Republik Moldau und aktuell Rektor der Moldauischen Staatlichen Universität (USM), referierte abschließend über Potenziale für vertiefte akademische Partnerschaften und gemeinsame Forschungsinitiativen. Dem Moldova-Institut stellte er für dessen Arbeit ein exzellentes Zeugnis aus, dies auch in Form eines „Diplomă de excelență“ für das Institut und dessen Mitarbeiter.



Musikalisch wurde die Festveranstaltung durch Klavierwerke von Ciprian Porumbescu, Frédéric Chopin und Johann Sebastian Bach begleitet, meisterhaft dargeboten durch den moldauischen Pianisten Sorin Creciun. Ein anschließender Empfang bot Gelegenheit zum Austausch zwischen den Gästen und unterstrich den internationalen Charakter des Instituts.


Mit seinem Jubiläum blickt das Moldova-Institut Leipzig nicht nur auf 20 erfolgreiche Jahre zurück. Zugleich setzt es ein Zeichen für die weitere Intensivierung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Südosteuropa sowie für die Förderung des interkulturellen Dialogs.

Internationaler Austausch zu historischer Semantik, politischer Sprache und gesellschaftlichen Transformationsprozessen

Logo Projekt Begriffsgeschichte

Vom 24. bis 27. Februar 2026 fand in Leipzig der internationale Workshop „Begriffsgeschichte und die diskursive Konstruktion von Räumen, Krisen und Identitäten in der Republik Moldau“ statt. Die Veranstaltung, die mit einer Förderung durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) realisiert werden konnte, wurde vom Moldova-Institut Leipzig in Zusammenarbeit mit der Moldauischen Staatlichen Universität organisiert und brachte Wissenschaftler aus Deutschland und der Republik Moldau zusammen.

Nach der Anreise der Teilnehmer begann das wissenschaftliche Programm am 25. Februar mit einer Begrüßung durch Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Bochmann, Prof. Dr. Igor Șarov und Dr. Vasile Dumbrava. In mehreren Vorträgen wurden zentrale politische und gesellschaftliche Begriffe im Kontext der Geschichte und Gegenwart der Republik Moldau analysiert, darunter „Terror“, „Dekolonialisierung“, „Transition“ sowie Fragen des Umgangs mit Geschichte. Ergänzend dazu wurden methodische Aspekte der Begriffsgeschichte und der historischen Semantik diskutiert.

Foto Workshop Projekt Begriffsgeschichte

Ein Exkursionstag führte die Teilnehmer nach Weimar, wo eine thematische Stadtführung sowie der Besuch des Goethe-Nationalmuseums auf dem Programm standen. Die wissenschaftlichen Präsentationen wurden anschließend in Leipzig fortgesetzt und in einer gemeinsamen Abschlussdiskussion ausgewertet.

Der Workshop bot eine wichtige Plattform für den wissenschaftlichen Austausch über politische Sprache und historische Semantik in Osteuropa und stärkte zugleich die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Institutionen. Die Organisatoren zogen eine positive Bilanz: Die Veranstaltung habe gezeigt, wie fruchtbar der internationale Austausch über politische Begriffe und ihre historischen Bedeutungswandel für das Verständnis aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen sein kann. Es wurde jedoch ebenso deutlich, dass ein gemeinsames Verständnis dessen, was Begriffsgeschichte ausmacht und welchen erkenntnistheoretischen Fokus sie hat, noch weiter entwickeln werden muss. Gerade hierzu diente jedoch der Workshop. Zudem zeigte sich die Notwendigkeit, die zu untersuchenden und untersuchten Begriffe stärker im Hinblick auf ihren Stellenwert als „Grundbegriffe“ zu prüfen, die seit dem Ende der Sowjetunion zudem eine erhebliche Bedeutungsverschiebung erfahren haben. Von besonderem Interesse sind für die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jene Begriffe, die sowohl in Deutschland als auch in Moldau diese Kriterien erfüllen. Ihnen werden sich deutsch-moldauische Forschergruppen künftig gemeinsam widmen.

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