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The Memory of the Soviet-Era. VICTIMS’ LIVES:

TRAUMATIC, FORGOTTEN, MYTHOLOGIZED?

Das Projekt verfolgte das Ziel, die Rolle von Gruppenzwängen, Normen, Narrationen, psychologisch belastende Kriegserfahrungen und Tabuisierung in den Blick zu nehmen.

2012

Ausgangslage und Zielsetzung

Leipzig und Berlin

In der Republik Moldova hatten besaß lange Zeit die Kommunistische Partei (die bis 2009 die Regierung stellte) bzw. das von ihnen oktroyierte Geschichtsbild das Monopol für die Vermittlung von Geschichte. Aus diesem Grunde über das Thema Deportation wurde nur wenig berichtet.  Insoweit war bis zur Ablösung der kommunistischen Partei durch das Bündnis „Allianz für europäische Integration“ keine glaubhafte Abkehr von der sowjetischen Vergangenheit Moldaus (früher: Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik) festzustellen. Nach langem Schweigen ist das Thema seit 2010 wieder präsent, die gegenwärtige Regierung bemüht sich um eine Aufarbeitung der Verbrechen des sozialistischen Regimes. Freilich ist die gesteigerte Hinwendung zu diesem Thema auch Ausdruck der gegenwärtigen politischen Agenda, zu der die europäische Integration ganz wesentlich gehört. Da dieser außenpolitische Kurs, auch durch die diverse ethnische Zusammensetzung der moldauischen Bevölkerung, nicht unumstritten ist, ist die Förderung einer diesbezüglichen Erinnerungskultur ein Politikum. Allerdings waren von den Deportationen der 40er Jahre alle Ethnien gleichermaßen betroffen. Diese Geschichte wird zurzeit zu einer Ressource, um deren Nutzung eine steigende Zahl von Akteuren mit unterschiedlichen Zielen und Interessen in wachsender Formenvielfalt konkurriert. Zur Verdeutlichung genüge zunächst der Hinweis auf die beschleunigte Errichtung von Denkmälern und Gedenkfeiern sowie den breiten Einzug historischer Themen über die Opfer der Deportation in die audiovisuellen Medien. Die Anerkennung und Würdigung der Deportierten als Opfer eines nicht zu legitimierenden Unrechts scheint in den letzten zwei Jahren deutlich an Gewicht gewonnen zu haben.

Das Projekt verfolgte das Ziel, die Rolle von Gruppenzwängen, Normen, Narrationen, psychologisch belastende Kriegserfahrungen und Tabuisierung in den Blick zu nehmen.

  • Dokumentation der unterschiedlichen traumatischen Erinnerungsdiskurse und Formen der visuellen Gestaltung dieser Erinnerung.

  • Erfassung der Gedenkstätten für den Deportierten, die in der Republik Moldova errichtet wurden.

  • Wissenstransfer im Sinne der Vermitlung von Kenntnissen über die Deutung und Präsentation der Deportation in Moldova.

  • Sensibilisierung von jungen Menschen sowie der Öffentlichkeit für die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit der Interpretation der Deportation und Tabuisierung dieses Thema in der sowjetischen Geschichte.

Projektleiter

Prof. Dr. Dr. h.c.

Klaus Bochmann

Gefördert durch