Moldova-Institut Leipzig e. V.                                                                                                                                                                                                                          Ritterstraße 24, D-04109 Leipzig                 T: +49 (3 41) 9 73 34 97                 F: +49 (3 41) 9 73 02 49              E: moldova@rz.uni-leipzig.de

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Der Umgang mit ethnischen Minderheiten im postsowjetischen Raum.
Konfliktpotenziale erkennen, analysieren und entschärfen

Unser Projekt fragt danach, wie sich Lehrende und Studierende zu Minderheitenpolitik positionieren, welche Konfliktpotenziale sie identifizieren und wie sie zur Entschärfung dieser Konflikte beitragen können.

Projektmaßnahmen

Zur Erreichung der Projektziele ist eine Herbstschule (in Comrat, Chişinău/Moldova und Czernowitz/Ukraine) vorgesehen. Diese Maßnahme zielt auf einen Wandel in den Einstellungen zu Minderheitenpolitik durch eine Versachlichung und Entzerrung der Debatte ab. Im Mittelpunkt der vorgesehenen Vorträge, Gespräche und Besuche in Comrat stehen Sichtweisen, Vorstellungen und Wertungen der ethnischen Minderheiten und ihrer Sprachen.
Der Schwerpunkt des zweiten Teils der Herbstschule in Czernowitz liegt auf der historisch gewachsenen Sprachvielfalt, der friedlichen Koexistenz und der daraus resultierenden sozialen und ökonomischen Chancen für die unterschiedlichen Sprecher, aber auf die aktuellen Spannungen in Hinblick auf das ukrainische Gesetz zu Regionalsprachen und Bildungsgesetz vom 5. September 2017. Durch das Gesetz soll die Schulbildung im Land bis 2020 komplett ukrainischsprachig werden, auch in den Regionen, wo ethnischen Minderheiten kompakt leben. Dieses Gesetz hat die Rechte der ethnischen Minderheiten eingeschränkt und einen Konflikt entfacht, der nicht zur Konsolidierung der Gesellschaft beitragen kann.

Im Rahmen dieses Projektes wird den Teilnehmern auch eine Auseinandersetzung mit aktuellen Aspekten von Minderheitenrechten ermöglicht. Dies geschieht durch die Vermittlung und den Austausch von Fachwissen sowie die Vernetzung mit Dialogpartnern aus allen drei Ländern. Der Austausch soll zum Umdenken und zu verändertem Handeln anregen. Es geht um gemeinsames Lernen. Die so geknüpften Kontakte dienen dem nachhaltigen Aufbau von Netzwerken. Die Einbeziehung der Vertreter von NGOs fördert zudem die Ausstrahlung des Projekts in das gesellschaftliche Umfeld.

Im Rahmen der Herbstschule sind Fachvorträge, Diskussionen, Besuche bei Regierungsinstitutionen, Gespräche mit Experten und Mitarbeitern zivilgesellschaftlicher Organisationen, Begegnungen mit Vertretern ethnischen Minderheiten in Chişinău, Comrat, Orhei und Czernowitz sowie Fachexkursionen vorgesehen. Ergänzt werden diese durch Gesprächsrunden und Aufgaben (Projektarbeiten) zur eigenständigen Bearbeitung. Die internationale Herbstschule bietet auch Gelegenheit, an dieser Debatte mit eigenen Forschungsbeiträgen teilzunehmen.

01.01.-31.12.2020

Republik Moldau Ukraine

Projektleiter

Dr. Vasile Dumbrava

Gefördert durch