Moldova-Institut Leipzig e. V.                                                                                                                                                                                                                          Ritterstraße 24, D-04109 Leipzig                 T: +49 (3 41) 9 73 34 97                 F: +49 (3 41) 9 73 02 49              E: moldova@rz.uni-leipzig.de

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Verbesserung der Diagnostik, Prävention und Therapie von 
infektionsbedingten Lebererkrankungen in der Republik Moldau

Ausgangslage und Zielsetzung

01.01.2019-31.12.2020

Die Spätfolgen der HBV-Infektion stellen heute eines der gravierendsten medizinischen und sozioökonomischen Probleme der Republik Moldau dar. Die Neuinzidenz von Leberzirrhosen ist höher als die in allen anderen europäischen Ländern und die durch Leberzirrhose bedingte Mortalität übertrifft die der meisten Länder weltweit, und das mit steigender Tendenz.

Zwar hat Mortalität an den Folgen chronischer Hepatitis und Leberzirrhose in den Jahren 2009-2017 von 91,5 auf 71,2 (absolute Zahl: 2923) abgenommen, Moldau rangiert immer noch, laut WHO-Daten, weltweit an der 4. Stelle, noch vor Turkmenistan.

 

Die Situation bei der parenteralen Virushepatitis ist besonders bei Menschen in Hochrisiko-Infektionsgruppen alarmierend. So liegt die Prävalenz der viralen Hepatitis B beim medizinischen Personal nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen im Norden der Republik bei 2,0%, im Zentrum bei 1,8% und im Süden bei 9,0%. Die Prävalenz der viralen Hepatitis C beim medizinischen Personal beträgt 3,5% im Norden der Republik, 2,6% im Zentrum und 3,8% im Süden. Bei Hämodialysepatienten beträgt die Prävalenz der viralen Hepatitis B 7,0% im Norden, 16,8% im Zentrum und 2,9% im Süden. Die Prävalenz der viralen Hepatitis C liegt bei 49,1% im Norden, 40,8% im Zentrum und 32,4% im Süden. (Sajen Octavian (2015): PhD thesis in medical sciences „Epidemiological features of viral hepatitis C in groups with high risk of infection”, Chisinau)

 

Moderne Behandlungskonzepte für Lebererkrankungen stehen den Betroffenen in Moldau in der Regel nicht zur Verfügung. Dabei sind Lebererkrankungen mittlerweile durch moderne Therapiestandards, mittels Screening und neue interventionelle Methoden gut behandelbar. Besonders für HBV-Infektionen sind innerhalb der letzten Jahre erfolgreich Langzeit-Behandlungen mit Nukleosid- bzw. Nukleotidanaloga eingeführt worden, die bei vielen Patienten zu einem Rückgang der pathologischen Gewebsveränderungen in der Leber und somit zu einem deutlichen Rückgang von Spätfolgen der Hepatitis und der damit verbundenen Mortalität führen. Im Rahmen einer internationalen Kooperation mit führenden deutschen Leberzentren und Fachkräften könnten Konzepte zur Diagnostik und Behandlung dieser Patienten entworfen und umgesetzt werden, die zu einer Senkung der HBV-bedingten Mortalität und auch des damit verbundenen erheblichen volkswirtschaftlichen Schadens führen könnten.

Das geplante Projekt teilt sich in folgende Bereiche auf:
 

  1. Entwicklung und Erarbeitung moderner Leitlinien für die Republik Moldova zur Versorgung von Patienten mit Virushepatitis, Leberzirrhose oder hepatozellulärem Karzinom (HCC)​
     

  2. Entwicklung von Konzepten zur Verbesserung der Fort- und Weiterbildung für Ärzte auf dem Gebiet der Hepatologie für die Republik Moldova
     

  3. Unterstützung von Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Hepatologie
     

  4. Sensibilisierung der Bevölkerung über die infektionsbedingte Lebererkrankungen

 

 

Als Projektziel ist in Abstimmung mit dem moldauischen Gesundheitsministerium und dem Republikanischen Zentralklinikum ein binationales Netzwerk zur Prävention, Diagnostik und Therapie von Lebererkrankungen wie Virushepatitis, Leberzirrhose und Komplikationen des HCC sowie für Lebertransplantationen vereinbart. Dieses Disease-Management-Programm ordnet sich in den moldauischen nationalen Masterplan zur Bekämpfung von Hepatitis B, C und D und deren Folgeerkrankungen für die Jahre 2017-2012 ein. Als zentrales Element der damit verbundenen Ausbildungskooperation ist die Errichtung einer deutsch-moldauischen Kompetenzgruppe für Hepatologie, mit dem Ziel, die Anhebung des Qualitätsniveaus der Versorgung von Patienten mit schweren Lebererkrankungen zu erreichen und dabei den Lehr- und Versorgungstransfer zu fördern. Übergeordnetes Ziel ist die Stärkung der Staatlichen Universität für Medizin und Pharmazie in Chişinău durch eine verbesserte nationale und internationale Positionierung des Fachgebietes der Hepatologie in den Bereichen der hepatologischen Lehre und Patientenversorgung sowie die Sensibilisierung der Bevölkerung über die infektionsbedingte Lebererkrankungen.

 

Wesentliche Zielsetzung des Projektes sind Maßnahmen zur besseren Versorgung der Patienten mit HCC in der Republik Moldau, wie:

 

  1. Transfer neuer Konzepte für Diagnostik und Therapie von Lebererkrankungen zur Optimierung der interdisziplinären hepatologischen Patientenversorgung.
     

  2. Entwicklung von Konzepten zur Verbesserung der Fort- und Weiterbildung für Ärzte auf dem Gebiet der Hepatologie
     

  3. Unterstützung von Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Hepatologie
     

  4. Sensibilisierung der Bevölkerung über infektionsbedingte Lebererkrankungen

Leipzig und Chişinău

Projektkoordinatorin

Dr. Marina Dumbrava

Gefördert durch