Moldova-Institut Leipzig e. V.                                                                                                                                                                                                                          Ritterstraße 24, D-04109 Leipzig                 T: +49 (3 41) 9 73 34 97                 F: +49 (3 41) 9 73 02 49              E: moldova@rz.uni-leipzig.de

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Wandel durch Wissenstransfer und Partnerschaft.

Schutz und Prävention vor Hepatitis und Zirrhose in Gagausien/ Republik Moldau

Ziel dieses Projektes: wichtige Denkanstöße zu geben, mögliche Denk- und Handlungsmuster zu zeigen und zu Reflexion über die Gefahren von Hepatitis und Zirrhose zu animieren. Ein weiteres Ziel: die Vertreter von NGOs in diese Kampagne einzubeziehen. Das Projekt zielte darauf ab, den Wissenstand zur Prävention von Hepatitis in Gagausien zu verbessern.

Projektmaßnahmen

Im Rahmen unseres Projektes wurden zwei Workshops in Comrat durchzuführt, um die Aufmerksamkeit auf die Hepatitis Epidemie und Zirrhose in dieser Region zu wecken, Präventionsmaßnahmen vor Hepatitis zu initieren und Wissen über Risikosituationen für Patienenten mit Zirrhose zu vermitteln. Im Rahmen des Workshops wurden auch die gesetzliche Rahmenbedingungen, der Umgang mit Hepatitis und die vorhandene Ressourcen thematisiert.

Als Referenten haben wir deutsche Experten und Mediziner aus Chişinău gewonnen. Für die Teilnahme konnten wir u.a. den Dekan der Fakultät für Medizin der Universität Leipzig, Prof. Dr. med. Christoph Baerwald, den Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten der Universität Leipzig, Prof. Dr. med. Schubert sowie Herrn Prof. Dr. Gheorge Placinta, Dekan der Universität für Medizin in Chisinau, gewinnen. Am 19. Dezember 2013, 24. Januar 2013 und 21. März 2013 wurden insgesamt sechs Fachvorträge für Allgemeinmediziner und auf Infektionskrankheiten spezialisierte Fachärzte aus Comrat und den umliegenden Dörfern zu den Themen „Innovative Behandlungsmethoden der akuten Hepatitis bei Kindern und Erwachsenen“ sowie „Verlaufsformen von Hepatitis bei Erwachsenen und Kindern“ gehalten. Referentinnen waren Prof. Dr. med. Galina Rusu, Leiterin der Abteilung für Kinderinfektionskrankheiten, und Prof. Dr. med. Ludmila Serbenco, Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Infektionskrankheiten an der Universität für Medizin in Chişinău. Vor Beginn dieser Vortragsreihe legte Dr. Vladimir Barbaros (GagauzMed e.V.) einige aktuelle Zahlen aus dem Jahr 2012 zu Hepatitis-Neuerkrankungen, chronisch Erkrankten sowie Zirrhose-Erkrankungen in der Stadt Comrat vor. Dabei betonte er, dass die im Rahmen des staatlich geförderten Programms zur Verringerung der Hepatitis-Erkrankungen vorgesehenen Maßnahmen in Gagausien bisher kaum greifbare Resultate gezeitigt hätten. Allein im Jahre 2012 wurden in Comrat 1.818 Erkrankungen an chronischer Hepatitis und Zirrhose registriert. Für die gesamte Region Gagausien zeigt sich ein Bild mit nahezu dramatischen Ausmaßen. Von den rund 150.000 Einwohnern der Region leiden über 5.000 Patienten unter diesen Erkrankungen, zum Teil mit letalen Folgen.

Aufklärungskampagne: Ziel der Initiative war es, die Öffentlichkeit besser über die Symptome, die Verbreitungswege, das Gefährdungspotential und die Folgen dieser schwerwiegenden, wenn auch allgemein unterschätzten Krankheit zu informieren. Diese Aufklärungskampagne richtete sich an Petienten und Ärzte in ländlichen Regionen und wurde von führenden Ärzten und Vertretern von NGOs aus Comrat durchgeführt.

Infostand: Hepatitis B und C sind ernsthafte Erkrankungen, die zum Teil bleibende Schäden hinterlassen können. Vor diesem Hintergrund hat die Gagauzmed vorgeschlagen, einen Infostand für die Patienten in der Poliklinik  und im Krankenhaus in Comrat, je zwei Monate) umzusetzen.

Sprachkurs:Die NGOs und Ärzte in Gagausien verwenden vorwiegend bis ausschließlich die russische Sprache, wobei es sich häufig um die Erstsprache handelt, die vor allem auch als Fachsprache im medizinischen Bereich durchgehend Verwendung findet. Seit einigen Jahren gewinnt die Hinwendung zur Staatssprache (Rumänisch bzw. Moldauisch) deutlich an Attraktivität. Leider gibt es in Gagausien kaum Möglichkeiten, die Staatsprache zu erlernen. Die fehlende Sprahkenntnisse der Staatssprache sind ein Hindernis für die Kommunikation mit den Ärzten und NGOs und staatlichen Institutionen in Chisinau.

Zum Auftakt des Projekts wurde in Comrat und den umliegenden Dörfern eine Ausschreibung veröffentlicht, mit der die Ärzte über die Möglichkeit informiert wurden, Rumänisch zu lernen. Die Nachfrage überstieg die vorhandenen Raum-und Lehrerkapazitäten um ein Vielfaches. Aus den über 60 interessierten Ärzten musste daher eine Auswahl getroffen werden. Vom 24. Oktober 2012 bis zum 06. April 2013 wurden in Comrat 40 Ärzte in rumänischer Sprache unterrichtet. Um die Effektivität zu erhöhen, wurden zwei Lerngruppen gebildet. Der Unterricht mit je sechs Stunden wöchentlich wurde in der ersten Phase (Oktober-Dezember 2012) in zwei Blöcken, und in der zweiten Phase (Januar-April 2013), jeden Samstag in einem Block in Comrat durchgeführt. Alle Ärzte nahmen regelmäßig und mit großem Interesse am Sprachunterricht teil. Dies war ganz wesentlich auch auf das große Engagement der Sprachlehrer, - Herrn Alexei Acsan und Frau Violeta Crudu, zurückzuführen, welche beide über langjährige Erfahrung in der Erwachsenenbildung verfügen. Die Anfragen vieler anderer Interessenten haben uns zudem gezeigt, dass dieses Arbeitsfeld noch bei weitem nicht ausgeschöpft ist und noch weitere Projekte vonnöten wären, um den vorhandenen Bedarf umfassend zu decken.

2012

Comrat

Projektleiter

Dr Vasile Dumbrava

Projektkoordination:

Dr. Marina Dumbrava

Gefördert durch

In Partnerschaft mit