Medienkompetenz gegen Desinformation
Das Projekt findet 2026 statt und verfolgt das Ziel, die Medienkompetenz und die Fähigkeiten zur Faktenprüfung von Journalistinnen und Journalisten aus Armenien, Georgien, der Republik Moldau und der Ukraine zu stärken, damit sie Desinformation und manipulative Narrative im Informationsraum besser erkennen, analysieren und öffentlich einordnen können.

01.03.-31.12.2026
Berlin, Leipzig Deutschland
Chișinău
Republik Moldau
Projektmaßnahmen
Im Rahmen des Projekts fand als erster Schritt vom 20. bis 27. September 2026 eine achttägige Herbstschule in Leipzig, Hamburg und Berlin statt, an der zwölf Journalistinnen aus Armenien, Georgien, der Republik Moldau und der Ukraine teilnahmen. Die Herbstschule kombinierte fachliche Inputs, Workshops mit Fachvorträgen deutscher Medienexpertinnen und -experten sowie Redaktionsbesuchen bei öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten (MDR, NDR, RBB, ARD), bei der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und Codetekt e.V.
Im Mittelpunkt des Programms stand zunächst die Verbesserung der Medienkompetenz bei den Konsumenten. Hierzu machten sich die teilnehmenden Journalistinnen mit verschiedenen Formaten vertraut, so etwa mit MEDIEN360G, einem öffentlich zugänglichen Portal des MDR für Medienthemen, sowie auch den Angeboten der SLM, die sich vor allem an Menschen in Leipzig und Umgebung richten, die mit der digitalen Welt noch wenig vertraut sind. Auch diskutierten sie in Arbeitsgruppen die Möglichkeiten derartiger Formate und deren Bedeutung für die politische Meinungsbildung für ihr jeweiliges heimisches Zielpublikum.
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Herbstschule lag zudem auf dem professionellen Umgang mit manipulierten Informationen, Faktenprüfung und Verifikation - Arbeitsschritte, die für die Erstellung von Nachrichten im seriösen Journalismus essentiell sind. Hierfür waren im Programm sowohl Fachvorträge zu typischen Manipulationsmechanismen und modernen Verifikationsverfahren wie etwa OSINT- (Open Source Intelligence) und KI-Detektions-Tools als auch konkrete Einblicke in die praktische Arbeit der Redaktion „Verifikation“ des NDR in Hamburg vorgesehen. Kreative und moderne Ansätze zum „Trust-Checking“ und zur schnellen Inhaltsüberprüfung diskutierten die Teilnehmerinnen mit dem Team von Codetekt e.V. in Berlin.
Als weiteres Projektmodul wird vom 04. bis 07. November ein Seminar in Chișinău stattfinden, das von deutschen Medienexpertinnen und -experten gemeinsam mit lokalen Partnern durchgeführt wird. Dieses Seminar wird vertiefende Trainingseinheiten zu Quellenkritik und journalistische Verifikation, dem Einsatz digitaler Verifikationstools (OSINT), der Erkennung von Deepfakes und manipulierten Bildern, der Analyse propagandistischer Narrative und Desinformationsstrategien sowie der Rolle visueller Kommunikation in der politischen Berichterstattung beinhalten. Die Teilnehmenden werden sich mit verschiedenen Strategien zur kritischen Überprüfung digitaler Inhalte und zur Erkennung manipulativer Strategien befassen. Dabei wird auch die Bedeutung historischer, kultureller und politischer Kontextkenntnisse für eine fundierte Faktenprüfung zu diskutieren sein.

Projektleitung:
Dr. Vasile Dumbrava







