Sichtbare Erinnerungen:
Denkmäler, Plätze und Gedenkstätten
Der Umgang mit der sowjetischen Vergangenheit in der Republik Moldau und der Ukraine
Das Projekt findet 2025 statt. Ein wesentliches Ziel besteht darin, eine Auseinandersetzung mit sowjetischen Symbolen im öffentlichen Raum (Denkmäler, Straßennamen, Plätze, Mosaiken etc.) anzustoßen. Folgende Fragen stehen bei der Diskussion im Mittelpunkt: Was geschieht in der der Republik Moldau und der Ukraine mit Denkmälern und Symbolen der Sowjetzeit? Wie verändert der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine unseren Blick auf Geschichte und Erinnerung und welche Konflikte entstehen dabei?
Ausgangslage und Zielsetzung
Die Debatte darüber, wie mit sowjetischen Denkmälern umgegangen werden soll, ist in den Ländern der östlichen Partnerschaft aktueller denn je. Es geht um Täter und Opfer von Diktaturen, um Schuld und Unschuld sowie um die Frage, ob und wie eine Verständigung über Vergangenheit, Werte und gemeinsame Identität möglich sein kann. Bereits am Beispiel von zwei Ländern, nämlich Moldova der Ukraine, lässt sich erkennen, dass diese Auseinandersetzung über die sowjetische Vergangenheit unterschiedlich ausfällt. Der Umgang mit Denkmälern, ob Neuerrichtung, Abriss oder Veränderung, verweist stets auf (erinnerungs-)kulturelle Kontexte, Gefühlslagen, Generationenempfindungen und politische Konflikte. Unter unterschiedlichen Ausgangsbedingungen entstanden in den drei Ländern zudem neue Gedenkstätten und Denkmäler als Erinnerungsorte, die das von der eigenen Nation erfahrene Leid unter sowjetischer Politik visualisieren und auch der Opfer des Holocaust würdig gedenken. Derartige Initiativen sind jedoch nicht selten von internen Streitigkeiten begleitet. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs hat die Frage nach dem Umgang mit Erinnerungsorten immens an Brisanz gewonnen.
Das Projekt richtet sich an junge Lehrkräfte und Nachwuchswissenschaftler. Wesentliches Ziel ist es, eine kritische und reflektierte Auseinandersetzung mit der Deutung der sowjetischen Vergangenheit und dem Umgang mit sowjetischen Symbolen anzustoßen und für die Multiperspektivität von Geschichte zu sensibilisieren. Ein weiteres Ziel besteht darin, die Teilnehmenden aus Moldova und der Ukraine untereinander zu vernetzen und dauerhafte Beziehungen mit deutschen Fachkollegen und -kolleginnen zu etablieren.

01.01.-31.12.2025
Chişinău
Republik Moldau
Projektleitung

Dr. Vasile Dumbrava
Gefördert durch






