Europa-Bildung im postsowjetischen Raum
Mit diesem für 2026 vorgesehenen Projekt soll die historisch-politische Bildung und die Vermittlung europäischer Perspektiven im Geschichtsunterricht in der Republik Moldau und der Ukraine gestärkt werden. Ziel ist es, Lehrkräfte und Schulbuchautorinnen und -autoren dabei zu unterstützen, sich mit bestehenden Bildungsinhalten zum Thema Europa kritisch auseinanderzusetzen und Impulse für eine moderne, multiperspektivische Weiterentwicklung der Geschichtslehrpläne zu erarbeiten. Das Vorhaben erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Bildungsmedien – Georg-Eckert-Institut (GEI) in Braunschweig.

01.05. - 31.12.2026
Braunschweig
Deutschland
Chişinău
Republik Moldau
Projektleitung
Ausgangslage und Zielsetzung
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die politische und gesellschaftliche Situation in Osteuropa grundlegend verändert. Die europäische Integration der Ukraine und der Republik Moldau ist zu einem zentralen politischen Ziel geworden. Mit der Zuerkennung des EU-Kandidatenstatus an beide Länder im Jahr 2022 und dem Beginn der Beitrittsverhandlungen mit der Republik Moldau im Jahr 2024 hat sich die europäische Perspektive der Region deutlich konkretisiert.
Mit diesen Entwicklungen sind jedoch Herausforderungen für die Bildungssysteme der beiden Länder verbunden. Insbesondere der Geschichtsunterricht spielt eine wesentliche Rolle für die Vermittlung demokratischer Werte und europäischer Perspektiven. Der Umgang mit historischen Narrativen in post-sowjetischen Gesellschaften ist jedoch weiterhin durch nationale Deutungsmuster, geopolitische Konfliktlinien und teilweise auch durch Desinformation geprägt. So wird in der Republik Moldau der europäische Integrationsprozess zwar von einem großen Teil der politischen Führung unterstützt. Gleichzeitig bestehen innerhalb der Gesellschaft jedoch weiterhin unterschiedliche geopolitische Orientierungen, was sich besonders deutlich in den Regionen mit einem hohen russischsprachigen Bevölkerungsanteil sowie auch im Umfeld der separatistischen Region Transnistrien zeigt. Auch in der Ukraine hat der Krieg eine intensive gesellschaftliche Debatte über nationale Geschichte, Erinnerungskultur und europäische Zugehörigkeit ausgelöst.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Weiterentwicklung der Geschichtslehrpläne sowie die Vermittlung europäischer Perspektiven im Unterricht zunehmend an Bedeutung. Die hiermit verbundenen Themen wie europäische Institutionen, europäische Integration und demokratische Werte sind bislang allerdings nur unzureichend in den Curricula moldauischer und ukrainischer Bildungseinrichtungen verankert.
Das Projekt richtet sich an Lehrkräfte, Lehrbuchautor/innen und Fachleute in Bildungsbehörden und -ministerien in der Republik Moldau und der Ukraine. Das wesentliche Ziel besteht darin, eine kritische Auseinandersetzung mit den gegenwärtig in den einschlägigen Curricula verankerten Bildungsinhalten anzustoßen und somit die Vermittlung europäischer Perspektiven im Geschichtsunterricht in der Republik Moldau und der Ukraine zu stärken und einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Geschichtslehrpläne zu leisten. Die geplanten Projektaktivitäten dienen zudem einem fachlichen Austausch mit Expert/innen aus Deutschland. Eine Arbeitsgruppe zur Curriculumanalyse wird konkrete Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Lehrpläne erarbeiten. Hierdurch soll die Vermittlung europäischer Werte, demokratischer Kompetenzen und multiperspektivischer Geschichtsbilder im Unterricht langfristig gestärkt werden.

Dr. Vasile Dumbrava
Gefördert durch







