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Die Republik Moldau wird gern als Spielball beschrieben, der zwischen Ost und West hin- und her gestoßen wird. Diese Einschätzung greift jedoch zu kurz. Vielmehr ist es notwendig, das Land im Rahmen einer Standortbestimmung über den unmittelbaren, geopolitischen Kontext hinaus zu betrachten. Aktuelle Perspektiven der Republik Moldau und ihrer Bevölkerung waren Thema eines Podiumsgesprächs mit S.E. Aureliu Ciocoi, Botschafter der Republik Moldau, der Journalistin Mila Corlăteanu sowie Christian Naundorf, langjähriger Engagierter der Moldovahilfe e.V., das am 30. April im Polnischen Institut Leipzig stattfand.

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Unsere Gäste betonten die großen Herausforderungen, welche Demokratisierung und EU-Integration, Migration sowie Presse- und Informationsfreiheit mit sich bringen. Ebenfalls zur Sprache kamen die Möglichkeiten, innerhalb der moldauischen Gesellschaft, aber auch aus der Diaspora sowie aus dem Bereich der NGOs in einen Austausch zu treten. Hieraus entstehen zwar neue Konfliktfelder mit unterschiedlichen Deutungen und Zukunftsvorstellungen. Jedoch wurde auch deutlich, dass es vielfach um Themen geht, die nicht nur Moldau selbst betreffen; diese Baustellen weisen eine europäische, oft sogar eine globale Dimension auf.

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Die von Jana Stöxen moderierte Diskussion war von dem Gedanken durchzogen, dass eine bloße Betrachtung von außen der Republik Moldau nicht gerecht wird. Vielmehr gilt es, die Bedingungen vor Ort zu analysieren und ihre Dynamiken aufzugreifen. Indem wir uns durch die Lebensrealitäten der Menschen vor Ort mit ‚mehr als Geopolitik‘ befassen, ist ein Weg für den Dialog sicherlich geebnet – auch wenn dieser Weg durchaus noch ein längerer sein dürfte.

 

Eine Aufzeichnung des Podiumsgesprächs finden Sie unter

 

Wiedergeburt in Waffen

Ukrainische Literatur nach der Invasion

17. Dezember 2024

18.30 Uhr

Polnisches Institut Leipzig

Markt 10, 04109 Leipzig

Eintritt frei

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Der russische Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 hat in der ukrainischen Gegenwartsliteratur vielfältigen Niederschlag gefunden. Erzählungen, Romane, Gedichte und Theaterstücke, umfangreiche Dokumentationen, Blogeinträge, Chroniken und Tagebücher, nicht zuletzt auch Bücher für Kinder und Jugendliche vermitteln ein multiperspektivisches Bild auf das Kriegsgeschehen und thematisieren das Erleben von Angst, Leid, Verlust und Vertreibung. Sie versuchen, mit dem Mittel der Sprache das zu verarbeiten, für das es keine Worte zu geben scheint: Gefühle von Ohnmacht, Verzweiflung und Entsetzen, aber auch den Willen zu Widerstand und Vergeltung. Um diese Tragödie mitten in Europa sichtbar zu machen, haben insgesamt 16 Studierende der Nationalen Iwan-Franko-Universität Lwiw sowie verschiedener Hochschulen in Deutschland eine Auswahl ukrainischer Texte gemeinsam ins Deutsche übersetzt. Die Mehrzahl der Autorinnen und Autoren dieser Texte ist in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Einige von ihnen sind im Krieg ums Leben gekommen.


Vom 9.-12. April organisierte das Moldova-Institut Leipzig mit dem BG Klinikum Bergmannstrost Halle eine Fortbildungsveranstaltung für ukrainische Chirurgen, die in der Versorgung Schwerbrandverletzter tätig sind. Der Workshop Treatment of Severely Burned Patients widmete sich der Erst- und intensivmedizinischen Versorgung von Patienten mit schweren Verbrennungen und stellte moderne Techniken der Wundversorgung vor. Die ukrainischen Mediziner erhielten Gelegenheit, ihren deutschen Kollegen bei ihrer Arbeit im OP-Saal zuzusehen und mit ihnen Fälle aus der eigenen Praxis vorzustellen und zu besprechen.  Am letzten Veranstaltungstag absolvierten die ukrainischen Teilnehmer unter praktischer Anleitung von Instruktoren den Emergency Management of Severe Burns (EMSB)-Kurs, bei dem das strukturierte Erkennen, Beurteilen, Stabilisieren und Verlegen brandverletzter Patienten im Vordergrund steht. Ebenfalls Teil des Workshops war eine Exkursion zur Moritz Klinik in Bad Klosterlausnitz, bei dem sich die Teilnehmer mit Rehabilitationsangeboten für Brandverletzte vertraut machen konnten. Ziel des Workshops war es, zur Qualität- und Effizienzsteigerung bei der Behandlung Schwerbrandverletzter in der Ukraine beizutragen, da deren Zahl seit der russischen Invasion stark zugenommen hat. Der Workshop erfolgte im Rahmen des Projekts „Fortbildung ukrainischer Ärzte.  Versorgung und Therapie von Kriegsverletzten“, das von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung gefördert wird und auch Hospitationen ukrainischer Mediziner an deutschen Kliniken sowie die Anschaffung hochwertiger Medizintechnik für ukrainische Kliniken vorsah.




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