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Vom 1. bis zum 5. November fand in der moldauischen Hauptstadt Chişinău der vom Moldova-Institut Leipzig in Zusammenarbeit mit der Nationalen Jurij-Fedkowytsch-Universität Czernowitz und der Staatlichen Universität Moldau organisierte Workshop „Kriegsbilder in Geschichtslehrbüchern“ statt. Experten, Lehrkräfte und Autoren von Geschichtslehrbüchern diskutierten Fragen zur Visualisierung von Kriegen der Vergangenheit und Gegenwart in einschlägigen Lehrwerken. Durch Fachvorträge, Exkursionen, Diskussionen und Gruppenarbeiten gelang eine Sensibilisierung aller Beteiligten für den schmalen Grat zwischen Dokumentation und Manipulation bei der Auswahl von Perspektiven, Ereignissen und Deutungen im Zusammenhang mit expressiven Darstellungen von Kriegen und deren Folgen. Die Aspekte von Aufklärung, Erinnerung und Mobilisation sind für verschiedene Adressaten von unterschiedlicher Bedeutung, und die Kontextualisierung gegenwärtiger Gewalt durch frühere kriegerische Auseinandersetzung macht Vermittler von Bildung zu Trägern von erheblicher Verantwortung.



Der Workshop war Teil des Projekts „Krieg im modernen Geschichtsunterricht“, das vom Auswärtigen Amt gefördert wird. Eine weitere Veranstaltung in diesem Projekt – die internationale Winterschule „Krieg im Geschichtsunterricht thematisieren“ – findet Mitte Dezember in Deutschland statt.

 
Programm_Workshop_in_Chisinau_1.11.-5.11.2023
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Am 15. Oktober sind die die ersten Mediziner aus der Ukraine eingetroffen, die zwei Wochen lang an Kliniken der Berufsgenossenschaft in Halle und Berlin sowie am Klinikum St. Georg in Leipzig hospitieren werden. Mit Förderung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) erhalten insgesamt 16 ukrainische Chirurgen und Anästhesisten Gelegenheit, sich mit modernen Techniken bei der Therapie Brandschwerverletzter vertraut zu machen. Zu den zahlreichen Schwerverletzten, die Opfer der russischen Invasion geworden sind, gehören nicht zuletzt Zivilisten. Hier sind Brandverletzungen besonders häufig. Gerade die Therapie von schweren Verbrennungen, Komplikationen bei der Wundheilung aber auch die Versorgung von Kindern stellen die ukrainischen Ärzte aktuell immer wieder vor Herausforderungen. Aus Mitteln der EKFS können zudem Kliniken in der Ukraine mit modernen medizinischen Geräten ausgestattet werden, darunter Ultraschall- und Venensuchgeräte.


In Berlin begrüßte der stellvertretende Vorsitzende des MIL, Dr. Vasile Dumbrava (im Bild rechts außen), den Chirurgen Roman Chornopyshchuk sowie die Anästhesistin Olesia Zaletska (beide aus Winnyzja), die ihren Hospitationsaufenthalt am Unfallkrankenhaus Berlin absolvieren.



 

Am 6. August ging die diesjährige Sommerschule des Moldova-Instituts Leipzig in der moldauischen Hauptstadt Chişinău zu Ende. Während der einwöchigen Veranstaltung hatte die Teilnehmer, meistenteils Dozenten und Lehrkräfte von Sekundarschulen und anderen Bildungseinrichtungen aus allen Teilen Moldaus, darunter auch aus Transnistrien, Gelegenheit, sich mit aktuellen Trends der moldauischen Erinnerungskultur vertraut zu machen. Ausgangspunkt der Auseinandersetzung war der Prozess der Dekommunisierung in der Ukraine seit 2015. In der Republik Moldau, vor allem in den Regionen mit großen russischsprachigen Bevölkerungsanteilen, werden sowjetische Denkmäler nach wie vor in Ehren gehalten. Dies kollidiert jedoch mit Erinnerungen an Zeiten, in denen Moldauer Opfer sowjetischen Terrors, von Deportation und Verfolgung waren. Daneben stehen Prozesse, die eine deutliche Abkehr moldauischer Selbstverortung vom russisch geprägten sowjetischen Erbe markieren. Im zentralmoldauischen Dorf Verejeni waren es Dorfbewohner, die den Sockel des Denkmals zu Ehren Ferdinand I. vor der Vernichtung gerettet hatten. Nicht wenig stolz sind sie darauf, dass das König-Ferdinand-Denkmal in ihrem Dorf neu errichtet wurde. Ferdinand war zur Zeit der Sowjetunion nicht gelitten, denn der rumänische König, der von 1914 – 1927 regierte, steht für eine Zeit, da Bessarabien und damit Moldau ein Teil Rumäniens war. Das Beispiel Verejenis hat inzwischen Schule gemacht, sodass auch anderen Orten die Errichtung von Denkmälern zu Ehren des Monarchen erfolgt oder geplant ist. Die Sommerschule konnte nur dank der großzügigen Unterstützung durch das Auslandsbüro Moldau der Konrad-Adenauer-Stiftung realisiert werden.


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