Internationale Herbstschule in Leipzig, Hamburg und Berlin
Journalistische Resilienz gegen Desinformation gestärkt

Vom 20. bis zum 27. September 2026 fand die internationale Herbstschule zur Stärkung der Medienkompetenz und Bekämpfung von Desinformation statt. Zwölf Journalistinnen und Medienfachkräfte aus Armenien, Georgien, der Republik Moldau und der Ukraine kamen zusammen, um Mechanismen von Falschinformationen zu analysieren, praktische Verifikationswerkzeuge kennenzulernen und gemeinsame Strategien für eine resilientere Berichterstattung zu entwickeln.
In Zeiten von KI-generierten Inhalten, Deepfakes und gezielten Desinformationskampagnen steht der unabhängige Journalismus weltweit vor immensen Herausforderungen. Die vom Moldova-Institut Leipzig e.V. organisierte und vom Auswärtigen Amt geförderte Programmwoche setzte genau an dieser Schnittstelle an: Die Teilnehmenden analysierten aktuelle Manipulationsmuster und erarbeiteten praxisnahe Verifikationsmethoden, um Fakt von Fiktion im digitalen Raum noch präziser trennen zu können. Wertvoll und ertragreich hierfür war der direkte Austausch mit führenden Medienschaffenden und Redaktionen in Deutschland, bei den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten etwa mit Teres Freitag vom MDR in Leipzig, die das Medienbildungsportal MEDIEN360G vorstellte sowie den Kolleginnen und Kollegen vom rbb in Berlin. Einen besonderen Höhepunkt bildete der von Lea Eichhorn begleitete Besuch der Redaktion „Verifikation“ sowie der Medienredaktion ZAPP des NDR in Hamburg. Lebhafte Diskussionen entstanden während der Besuche bei der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und Codetekt e.V. In engagierten Gesprächen erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wertvolle Einblicke in journalistische Prüfstandards, Recherchewerkzeuge sowie Methoden zur Aufdeckung von Desinformation. Leitgedanke hierbei war stets die journalistische Verantwortung für eine tatsachenbasierte und seriöse Berichterstattung sowie auch der bewusste und kritische Umgang mit Informationen durch den Konsumenten.
Wie wird aus einem unüberprüften Social-Media-Post eine verlässliche Nachricht? Dieser Frage ging Julia Maas (ZDF GB AID) in ihrer Präsentation nach. Sie gab praxisnahe Einblicke in die Arbeit des verifikationstechnischen Faktencheck-Services des ZDF, der als interner Dienstleister Nachrichtenredaktionen bei der Analyse von Bild-, Audio- und Videomaterial berät. Maas zeigte typische Manipulationsmechanismen auf und erläuterte zudem den Einsatz moderner OSINT- (Open Source Intelligence) und KI-Detektions-Tools.
„Medienkompetenz und grenzüberschreitende Zusammenarbeit sind unsere wirksamsten Werkzeuge im Kampf gegen gezielte Falschinformationen“, betonte Dr. Vasile Dumbrava, stellvertretender Vorsitzender des Moldova-Instituts Leipzig, bei der Vergabe der Teilnahmezertifikate. „Die Erfahrungen und das außerordentliche Engagement der Teilnehmenden zeigen, wie essenziell dieser direkte fachliche Austausch für den Schutz freier Medien und demokratischer Strukturen ist.“
Die in dieser Woche entstandenen Netzwerke und Ergebnisse bilden ein starkes Fundament für eine nachhaltige internationale Zusammenarbeit gegen die Verbreitung von Falschinformationen.
Die Herbstschule war Teil des Projekts „Stärkung der Medienkompetenz gegen Desinformation“, das vom Auswärtigen Amt im Rahmen des ÖPR-Programms gefördert wird.
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